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Baukaderschulen

GBS

Gewerbliches

Berufs- und

Weiterbildungszentrum

St.Gallen

BKS

Baukaderschule St.Gallen

Schreinerstrasse 5

9000 St.Gallen

Baukader

z.T. von Anton Cotti, Leiter der Abteilung Berufsbildung des Schweiz. Baumeisterverbandes

  

Was versteht man unter Baukader?

Baukader sind Baufachleute, welche im ausführenden oder planenden Bereich des Baugewerbes eine leitende oder führende Stellung bekleiden. Baukader können Vorarbeiter, Poliere, Baustellenchefs, Bauführer, Bauleiter oder sogar angestellte Baumeister, Architekten oder Ingenieure, bei entsprechender Funktion, sein.

Über die ganze Schweiz sind zahlreiche Ausbildungsstätten und Lehranstalten verteilt, welche die Baukader aus- und weiterbilden. Diese Bemühungen werden durch viele Verbände, Lieferanten, Gesellschaften, Vereinigungen, aber auch durch öffentliche Institutionen und durch erfahrene Baukader selbst unterstützt. Die folgenden Ausführungen sollen in Ergänzung zu den Fachbereichen dieser Homepage auch den Belangen der Aus- und Weiterbildung Rechnung tragen.

 

Baukaderschule St. Gallen

  

Die aus der 1942 gegründeten ehemaligen Polierschule hervorgegangene Baukaderschule St. Gallen vermittelt jungen Berufsleuten die theoretischen Kenntnisse zur Ausübung einer Kadertätigkeit im Bauhauptgewerbe. Neben hauptamtlich tätigen Berufsschullehrern unterrichten über 50 Lehrkräfte, die hauptberuflich in Planungs- und Produktionsbetrieben arbeiten.

 

In dieser Bauschule werden Vorarbeiter, Baupoliere und Bauführer TS in einer Vollzeitschule ausgebildet.

I
Die Technikerschule TS bildet gelernte Berufsleute in einer berufsbegleitenden Ausbildung zur Technikerin TS bzw. zum Techniker TS in den Sparten Hochbau, Tiefbau und Haustechnik-Koordination aus.


Der Baukader-Weiterbildung dienen die Kompaktkurse Bauadministration, Bauproduktion und Führung sowie nach Bedarf weitere Angebote in der Form von Tages- und Mehrtageskursen.

 

 

Ausbildungszentrum SBV Sursee

 

Das Ausbildungszentrum SBV bietet seit bald 30 Jahren Ausbildung und Weiterbildung für Bauleute an - vom Lehrling bis zum obersten Kader.

 

 

Schweizerische Bauschule Aarau SBA

 

Leitbild: Bildungsauftrag / Bildungsziele

Die Schweizerische Bauschule Aarau ist eine von der öffentlichen Hand getragene Bildungsinstitution für das Bauwesen. Sie bietet eine Ausbildung von höchstem Niveau auf der Stufe Techniker TS. Mit Vollzeit- und berufsbegleitenden Ausbildungsgängen bildet sie qualifizierte Kaderleute für die Bereiche Projektierung und Ausführung von Bauwerken aus.

Das Einzugsgebiet erstreckt sich im Wesentlichen über die gesamte Schweiz. Der Unterricht wird in deutscher Sprache erteilt. Die Studierenden werden darauf vorbereitet, verantwortliche Kaderfunktionen wahrzunehmen:
 

     Die Absolventen und Absolventinnen sollen fähig sein, ihr Wissen in der Praxis dauernd zu erweitern. Sie sollen in der Lage sein, Probleme zu analysieren und zweckmässige Lösungen zu entwickeln. (Selbstkompetenz)

     Sie sollen über Führungsqualitäten und Teamfähigkeit verfügen und sich ihrer Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt bewusst sein. (Sozialkompetenz)

     Als Generalisten sollen sie aufbauend auf soliden Grundkenntnissen über die notwendigen Werkzeuge verfügen, um die ihnen übertragenen Aufgaben sachgerecht zu erfüllen, sei ihr Einsatzgebiet in der Schweiz oder im Ausland. (Fachkompetenz)

 

«Zur Ausbildung von Technikerinnen und Technikern werden Ausbildungsgänge für die Bereiche Planung und Realisierung von Bauwerken angeboten.»

Folgende Studiengänge bietet die SBA an:
 

     Ausführung Hochbau

     Ausführung Tiefbau

     Ausführung Holzbau

     Projektierung Hochbau

     Projektierung Innenausbau

     Projektierung Tiefbau
 

Weitere Techniker-Ausbildungsstätten
 

     IBZ Schulen für Technik, Zürich, Bern, Basel, Brugg AG etc.        

     Berufsschulzentrum Oberland bzi, Interlaken                               

     Technikerschule Bern                                                                 

     Technikerschule TS, Basel                                                         

     Ecole technique de la construction, Fribourg                                

     Institut für berufliche Weiterbildung Graubünden IbW, Chur           

     TEKO Schweizerische Fachschule, Lucerne                                

     Schaffhauser Technikerschule STS                                             

     Technikerschule TS-Hochbau Pfäffikon                                        

     Zuger Techniker-und Informatikschule, Zug                                  

     Technikerschule, Winterthur          

                                              

 

Baukaderschule BSU AG Unterentfelden

 

Die «Polierschule» – einst Vorstufe zur Bauführerausbildung – ist in privaten Händen. Die Baukaderschule Unterentfelden (BSU) tritt neu als eigenständiger Anbieter von Ausbildungsgängen für Poliere auf und kann entsprechend rasch auf allfällige Forderungen des wirtschaftlichen Umfeldes reagieren. Träger dieser Schule ist der Verband Aargauischer Baumeister. Die Baukaderschule Unterentfelden bildet in einjährigem Vollzeitstudium künftige Kaderleute auf Stufe Polier aus.

 

Polierkurs der Baugewerblichen Berufsschule Zürich

 

Unterricht

 

Durch berufsbegleitenden, intensiven Unterricht bietet die Baugewerbliche Berufsschule Zürich interessierten Baufachleuten die Gelegenheit, sich ohne grosse finanzielle Belastung und ohne Arbeitsunterbruch auf die eidg. Baupolierprüfung vorzubereiten. Vorteile: Der Kursteilnehmer, welcher ständig mit der Baupraxis verbunden bleibt, kann sein neuerworbenes theoretisches Wissen ständig anwenden. Ausserordentliche bauliche Probleme können im Unterricht besprochen werden. 

 

Abschluss

 

Baufachleute mit abgeschlossener Lehre eines Berufes im Bauhauptgewerbe können im Anschluss an den Kurs jeweils im Januar die eidg. Baupolierprüfung in Sursee ablegen. Prüfungszulassung: mindestens 4 Jahre Praxis nach Lehrabschluss. Zusatzlehre gilt als ein Jahr Praxis.

 

 

Zentralschweizerische Polierschule Luzern

 

Die Polierschule dient der Aus- und Weiterbildung von Maurern, Vorarbeitern und Polieren des Hoch- und Tiefbaus, im Besonderen der Vorbereitung auf die eidgenössische Polierprüfung. 

 

In die Polierschule können eintreten:

     Poliere und Vorarbeiter

     Maurer, Zimmerleute und Angehörige verwandter Berufe mit Fähigkeitszeugnis

     Angelernte dieser Berufe mit mehrjähriger Praxis

 

 

Polier- und Vorarbeiterschule Burgdorf

 

Die Ausbildung zum Vorarbeiter Hoch- und Tiefbau dauert 2 Wintersemester zu je 28 Wochen mit ca. 590 Lektionen und beinhaltet den Grundkurs und die Vorarbeiterschule.

 

Die gesamte Ausbildung zum Polier Hoch- und Tiefbau bis zur Eidg. Baupolierprüfung umfasst 3 Wintersemester mit total ca. 900 Lektionen. Die Voraussetzung zum Besuch der Polierschule ist der Abschluss der Vorarbeiterausbildung.

 

 

Diese Aufstellung kann nur einen beschränkten Einblick in diese Lehranstalten vermitteln und ist nicht vollständig

 

 

Zukünftige Qualifikationsanforderungen an die Baukader

Auszüge aus dem Artikel von Anton Cotti, Leiter der Abteilung Berufsbildung des Schweiz. Baumeisterverbandes

 

Die Dynamik der Berufsbildung hat in den letzten Jahren alle Bereiche der Aus- und Weiterbildung erfasst. Sie ist eine Folge neuer Anforderungen der Auftraggeber an die Unternehmen beziehungsweise an die bestellten Produkte. Die Angebote im Bereich der Aus- und Weiterbildung sind in den letzten Jahren erweitert worden. Neue Themen in der Bautechnik – über Umweltschutz und Arbeitssicherheit sowie im Bereich der Normierung – haben sich wesentlich entwickelt. Wer eine Weiterbildung unternimmt, muss sich also zuerst darüber klar werden, welche Angebote seinen Bedürfnissen entsprechen, und abklären, welche Qualifikationen von ihm verlangt werden. Die Berufsbildungspolitik des SBV – das gilt für jede andere Berufsbildungspolitik ebenso – hat deshalb zum Ziel, die Berufsbilder laufend neu zu definieren und den Bedürfnissen des Marktes und der Unternehmungen anzupassen.

 

Berufsbild

 

Zu einem Berufsbild gehört zunächst eine Definition, welche die wesentlichen Leistungskriterien des Berufes umschreibt. In den Lehrlingsreglementen beispielsweise finden sich diese Definitionen jeweils in den ersten Artikeln. Das Anforderungsprofil formuliert, was die Fachkraft am Arbeitsplatz erwartet. Es wird in der Regel entsprechend den Unternehmensprozessen gegliedert. Diese teilen sich in Führungs-, Front- und Logistikprozesse auf. Während in den Führungsprozessen die Persönlichkeit und die Bautechnik sowie die rechtlichen Grundlagen als Themen enthalten sind, gehören zu den Frontprozessen die Themen Kundenbeziehungen und Leistungserbringung. Die Logistikprozesse gliedern sich in die unterstützenden Bereiche wie Werkhöfe, Nebenbetriebe und Dienstleistungen sowie die Ressourcen mit den Themen Personal, Finanzen, Managementinformationssysteme und Informatik. Diese Prozessorientierung enthält somit alle relevanten Bereiche der beruflichen Tätigkeit in der Unternehmung. Sie entspricht gleichzeitig auch den Kriterien des modernen Qualitätsmanagements, wie es heute in vielen Unternehmungen nach den ISO-Normen eingeführt ist.

 

Fachkompetenz

 

Nach wie vor ist der Schlüssel für eine erfolgreiche berufliche Tätigkeit die Fachkompetenz der Kaderleute. Der Produktivitätsanstieg, eine anhaltende Überkapazität und der Preiskampf mit beginnender Konkurrenz ausländischer Unternehmen sind die Rahmenbedingungen, denen zu begegnen ist. Die Qualitätsanforderungen der Auftraggeber zwingen die Unternehmen zur Einhaltung von ISO-Normen, zur ständigen Verbesserung der innerbetrieblichen Leistungspotenziale durch gezielte Aus- und Weiterbildung. Tendenziell sind zwar keine tief greifenden Veränderungen in den einzelnen Berufen zu erwarten; erkennbar sind aber deutlich spürbare Evolutionen im Zusammenhang mit der Entwicklung der Produktionstechnik auf den Baustellen, der Arbeitsorganisation, der Art der Aufträge und der Konkurrenz. Führungsqualitäten sind immer mehr gefragt, und die Einhaltung der Anforderungen in Bezug auf die Fristen, die Kosten, die Sicherheit und den Umweltschutz wird immer zwingender.

 

Sozial- und Methodenkompetenz

 

Nebst der Fachkompetenz wird den so genannten Sozial- und Methodenkompetenzen immer grösseres Gewicht beigemessen. Selbständigkeit und Initiative sowie die Fähigkeit, die Vorgänge auf der Baustelle in ihrer Gesamtheit zu verstehen, werden die massgeblichen Eigenschaften, welche die Arbeitgeber von ihren Kadern erwarten. Je höher diese in der Hierarchie und damit in der Verantwortung steigen, umso mehr sind nicht nur die primär fachlichen, sondern auch die übrigen Kompetenzen betriebswirtschaftlicher Art und die bereits erwähnte Sozial- und Methodenkompetenz gefragt. Eine reibungslose Teamarbeit wird immer wichtiger. Damit verbunden ist auch der Anspruch an das Sozialprestige der Bauberufe, das verbessert werden muss. Baukader haben hier eine Leitfunktion; sie sind Botschafter nach aussen.

 

Leonardo-Studie

 

In den Jahren 1997/98 wurden im Rahmen des Programms Leonardo – ein Aktionsprogramm zur Durchführung einer Berufsbildungspolitik der Europäischen Gemeinschaft – zehn Länderstudien über die Prioritäten des Bedarfs an Befähigung und Ausbildung in der Bauwirtschaft und ein Synthesebericht erstellt. Als erstes Ergebnis der Studie ergibt sich, dass mindestens zwei Drittel bis 90 Prozent aller Arbeitskräfte als Fachkräfte angesehen werden. Diese haben in der Regel eine Berufsausbildung absolviert. Ein typisches Charakteristikum aller zehn untersuchten Länder ist die Tatsache, dass die Bauwirtschaft sich mit gutem Erfolg um den Aufbau qualifizierter Stammbelegschaften bemüht. Die Folge ist, dass sich diese Arbeitskräfte in der Regel durch eine lange Betriebszugehörigkeit und damit eine geringe Wechselrate ausweisen. Die Ausbildung nimmt also einen hohen Stellenwert ein, wie die Studie aus dieser Tatsache folgert.

 

In allen Ländern ist der Druck des Marktes spürbar. Der Wettbewerb verstärkt sich, und nur jene Unternehmungen haben eine Überlebenschance, die punkto Preis, Dienstleistungsqualität und Fristen starke Leistungen bieten können. Die Bestimmungen auf nationaler und europäischer Ebene werden im Hinblick auf die Techniken, das Handelsrecht und vor allem auf die Bereiche Gesundheit, Arbeitssicherheit beziehungsweise Sicherheit allgemein und Umweltschutz immer zwingender.

 

Vier Arten von Befähigungen werden deshalb auch aus der Sicht dieser Studie mittelfristig erforderlich:
 

     Technische Grundfähigkeiten, die dem Niveau des qualifizierten Arbeiters entsprechen; dies auch, wenn die Berufsbilder der qualifizierten Facharbeiter in den einzelnen Ländern unterschiedlich sind.

     Organisations- und Kommunikationsfähigkeiten, da das technische Know-how allein nicht mehr ausreicht.

     Zusätzliche technische Fähigkeiten, um die Entwicklung der Berufe und den Umfang der beruflichen Tätigkeit ständig einbeziehen zu können.

     Fähigkeiten zur Einhaltung der Bestimmungen und zur Berücksichtigung neuer Vorschriften, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Arbeitssicherheit und Umweltschutz.

 

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Vergleich der Ausbildungssysteme. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass die Ausbildung zum Beispiel in Belgien, Frankreich, Portugal und Spanien vor allem in staatlichen Schulen oder Werkstätten, in Ländern wie Skandinavien, Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz in den Betrieben, also vor allem berufspraktisch, vermittelt wird. Trotz vieler Analogien gibt es noch immer wenig vergleichbare Ausbildungsinhalte und eine gegenseitige Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen liegt in weiter Ferne.

 

Schlussbemerkungen

 

Die Dynamik in der Berufsbildung bleibt vorerst bestehen. Neue Technologien und Methoden halten in allen Bereichen der produktiven Arbeit Einzug; der Prozess ist nie abgeschlossen, er wird immer schneller. Aus diesem Grunde wird auch die Forderung nach lebenslangem Lernen immer ultimativer erhoben, weil auch die Halbwertszeit des neu erworbenen Wissens kürzer wird. Die Marktanforderungen verlangen zusätzliche Qualifikationen und Kompetenzen. Diesen Anforderungen kann nur mit Bildungsarbeit begegnet werden. Die Baukader haben auch in diesem Bereich eine Periskop-Funktion wahrzunehmen, um die Tendenzen rechtzeitig zu erkennen und die nötigen Massnahmen für sich und die Mitarbeiter zu ergreifen.


Anton Cotti
 

www.avor.ch

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